Bestimmung der Qualität von Panama-Hüten: Die Innenseite eines Panama-Huts

Falls Sie je in einen dieser Läden hineinspaziert sind, in dem mit großen Schildern „Persische Teppiche: 50%-70% reduziert“ beworben werden und Sie versucht haben, den wahren Wert dieser „feinen Handarbeit“ und „Produkte von monatelanger Arbeit bei großartigen Kunsthandwerkern“ herauszufinden, bei dem „Knoten pro Quadratmeter“ und die „Qualität des Materials“ als Beleg für hohe Qualität angepriesen werden, dann können Sie das potenzielle Unbehagen verstehen, wenn Sie einen Panamahut kaufen wollen. Bevor wir uns in Einzelheiten vertiefen, können wir folgende Schlussfolgerung ziehen: Wenn Sie sich nicht mit Panama-Hüten auskennen, sollten Sie Ihren Panama-Hut-Verkäufer kennen. In anderen Worten: Es gibt viele Nachahmungen und ist sehr gängig bei diesen Hüten, darum müssen Sie vorsichtig sein, was Sie erstehen. Hier sind ein paar Dinge, die Sie beim Kauf beachten sollten:

Die Bezeichnung „Panama“ bezieht sich auf das Stroh-Material, das für den Hut verwendet wird. Es ist weder ein Style noch eine Qualitätsbezeichnung, sondern beschreibt einen Hut, unabhängig von Style oder Qualität, der aus der Pflanze Carludovica palmata hergestellt wird, die im Küstenflachland vom westlichen Südamerika wächst (und nicht in Panama). Daher werden verschiedenste Hutarten mit unterschiedlichster Qualität zu Recht als „Panama-Hüte“ verkauft. Das Schwierige ist, dass ein fairer Preis für einen Panama-Hut sehr variieren kann.

Ein wissender Einkäufer überprüft normalerweise als Erstes die Feinheit des Geflechts. Diese Hüte werden handgewebt, vor allem in Ecuador, und das Stroh kann beständig dünner oder feiner gemacht werden, indem der Strohhalm geteilt wird. Jedes Mal, wenn der Strohhalm in seiner Breite halbiert wird (mit dem Fingernagel), wird der Arbeitsaufwand vervierfacht. Schon allein dadurch kann ein fairer Preis offenkundig von einem Hut zum anderen sehr variieren.

Unabhängig davon wie dünn das Stroh ist, sollte auch die Webarbeit inspiziert werden. Das Stroh sollte beständig eng gewoben sein – je weniger Lücken, Löcher oder Kanten, desto besser. Das Gewebe sollte gleichmäßig sein. Die Reihen sollten gerade sein und einem kleinen Fischgrät- oder Diamantmuster ähneln, ähnlich zu Mustern in Woll- oder Baumwollstoffen.

Die Farbe des Huts per se hat keinen großen Einfluss auf den Preis, jedoch sollte man auch hier ein paar Dinge beachten. Die gängigsten Farben bei Panama-Hüten sind natürliches Stroh und gebleichtes Weiß. (Mit Färben kann man farbiges Stroh herstellen, daher findet man gelegentlich auch farbige Hüte in den Läden). Vielen Leuten gefallen die weißen Hüte, aber der Käufer sollte wissen, dass der Bleichprozess den Hut schwächt und daher wahrscheinlich nicht so lange hält wie ungebleichtes, natürliches Stroh. Je einheitlicher die Farbe bei natürlichem Stroh, umso besser ist es. Aber vergessen Sie nicht, dass es sich um ein natürliches Material handelt und Unterschiede in der Farbschattierung (manchmal ein bisschen gräulich oder rötlich) zu erwarten sind. Jeder Hut ist einzigartig.

Nicht alle Hüte, die als Panama-Hüte gekennzeichnet sind, sind tatsächlich Panama-Hüte. Die Bezeichnung „Panama-Hüte“ ist nicht reguliert. Materialien von der ganzen Welt werden als Panama-Hüte verkauft, wobei manche von diesen Materialien der Carludovica Palmata sehr ähnlich sehen. Einige Materialien sind ziemlich gut und die Hüte haben einen fairen Preis. Andere jedoch nicht. Daher sollten Käufer Vorsicht walten lassen.

Ohne die Erfahrung durch Vergleichen verschiedener Hüte werden die aufgeführten Punkte nur eingeschränkte Hilfe für den unerfahrenen Panama-Einkäufer darstellen. Des Weiteren ist jeder Hut handgewebt und einzigartig, daher unterscheidet sich die Qualität auch von einem Hut zum anderen. Die meisten Menschen müssen viele Hüte sehen und diesen sich verändernden Markt gut kennen, bevor sie sich sicher fühlen, einen Hut zu erwerben, der mehrere Hundert Euro kosten kann.

Daher gilt die Devise: wenn Sie sich nicht mit Panama-Hüten auskennen, sollten Sie Ihren Panama-Hut-Verkäufer kennen.

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Weitere Lektüre:

The Panama Hat Trail von Tom Miller. Adventure Press, National Geographic.

Panama: A Legendary Hat von Martine Buchet. Photografien von Laziz Hamani. Editions Assouline.

El sombrero de paja toquilla: Historia y economia von Miguel Ernesto Dominguez. Banco Central Del Ecuador.

Tejiendo la vida: Las artesanias de la paja toquilla en el Ecuador von Maria Leonor Aguilar de Tamariz. Centro Interamericano de Artesanias y Artes Populares, CIDAP.